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Thích Quảng Đức – Der brennende Mönch

  • Autorenbild: Marie Laveau
    Marie Laveau
  • 12. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Feb.

Thích Quảng Đức war ein vietnamesischer buddhistischer Mönch, der sich am 11. Juni 1963 in Saigon selbst verbrannte, um gegen die Unterdrückung der Buddhisten durch die südvietnamesische Regierung zu protestieren. Seine Tat wurde weltweit bekannt und ist ein extremes Beispiel für politischen und religiösen Widerstand. Doch wer war dieser Mann, der bereit war, das ultimative Opfer für seine Überzeugungen zu bringen?


Buddhistische Mönch mit gelben Gewand, vietnamesischen Schriftzeichen im HIntergrund
Bởi Thích Đồng Thanh – Tác phẩm được tạo bởi người tải lên, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=108235600

Ein Leben im Dienst des Buddhismus


Thích Quảng Đức wurde 1897 in der Provinz Khánh Hòa in Vietnam geboren. Schon in jungen Jahren fühlte er sich zur spirituellen Praxis hingezogen. Im Alter von sieben Jahren trat er in den buddhistischen Orden ein und wurde unter der Anleitung erfahrener Mönche in die Lehren des Buddhismus eingeführt. Bereits als Jugendlicher zeigte er außergewöhnliches Engagement und eine tiefe Hingabe zur Meditation und religiösen Praxis.


Im Laufe der Jahre erlangte er hohes Ansehen in der buddhistischen Gemeinschaft. Er war nicht nur ein Gelehrter, sondern auch ein Bauherr: Über 30 Pagoden wurden unter seiner Leitung errichtet, um den Buddhismus in Vietnam zu verbreiten und den Gläubigen Orte der spirituellen Zuflucht zu bieten. Trotz seiner zunehmenden Bekanntheit lebte er bescheiden, abseits der politischen Machenschaften, bis die Repressionen gegen die Buddhisten in Vietnam ihn dazu zwangen, Stellung zu beziehen.


Der Protest gegen Unterdrückung


In den 1960er Jahren wurde Vietnam von politischen Unruhen und religiösen Spannungen erschüttert. Die südvietnamesische Regierung unter Präsident Ngô Đình Diệm, selbst Katholik, diskriminierte die buddhistische Mehrheit des Landes. Buddhistische Zeremonien wurden verboten, Mönche wurden verhaftet und Tempel zerstört. Die buddhistische Gemeinschaft litt unter massiver Repression und erlebte eine Ära der Angst und Verfolgung.


Thích Quảng Đức entschied sich, ein Zeichen zu setzen, indem er sich selbst opferte. Am Morgen des 11. Juni 1963 begab er sich zusammen mit anderen Mönchen und Gläubigen zu einer belebten Kreuzung in Saigon. Dort setzte er sich in traditioneller Meditationshaltung nieder, während sich seine Begleiter in einer stillen Zeremonie um ihn versammelten. Dann ließ er sich mit Benzin übergießen und entzündete sich selbst. Während die Flammen seinen Körper umschlossen, blieb er in tiefer Meditation – ohne ein Zeichen von Schmerz oder Furcht.


Die weltweite Reaktion


Das Foto von Thích Quảng Đức, das von dem amerikanischen Journalisten Malcolm Browne aufgenommen wurde, ging um die Welt und wurde zu einem Symbol des friedlichen Widerstands. Seine Tat löste internationale Empörung aus und führte zu verstärktem Druck auf die südvietnamesische Regierung. Die USA, die zu dieser Zeit die Regierung Diệms unterstützten, konnten die Wut der internationalen Gemeinschaft nicht ignorieren. Bald darauf verschärfte sich der politische Druck auf Diệm, der wenige Monate später durch einen Putsch gestürzt und ermordet wurde.


schwarz weiß Foto, Mönch sitzend in Flammen, ein Auto und buddhistische Möche sind im Hintergrund
Bởi Malcolm Browne for the Associated Press – Immediate source:[1]For further info see: http://www.apimages.com/metadata/Index/Watchf-AP-I-VNM-aphs019555-VIETNAM-MONK-PROTEST/a344206cdb5a490e9fceb1e1c2ebbefc/1/1, Phạm vi công cộng, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54211800

Doch das Vermächtnis von Thích Quảng Đức ging über die politischen Konsequenzen hinaus. Viele Buddhisten und Menschenrechtsaktivisten sahen in ihm ein Vorbild für die Kraft des gewaltlosen Widerstands. Seine Selbstverbrennung wurde nicht als Akt der Verzweiflung, sondern als ein bewusster, spiritueller Protest gegen Ungerechtigkeit verstanden. Sein Herz, das nach der Einäscherung unversehrt blieb, wird bis heute als heiliges Relikt in einer Pagode aufbewahrt.


Thích Quảng Đức persönliche Überzeugungen und Charakter


Thích Quảng Đức war bekannt für seine tiefe Spiritualität, seine Bescheidenheit und seine unerschütterliche Hingabe an die buddhistischen Prinzipien von Mitgefühl und Gewaltlosigkeit. Zeitzeugen beschreiben ihn als einen Mann von großer innerer Ruhe, der seine Umgebung mit Weisheit und Geduld inspirierte. Sein Leben war ein Zeugnis des selbstlosen Dienens, und seine Taten entsprachen stets den Idealen, die er lehrte.


Er glaubte an die transformative Kraft der Meditation und war überzeugt, dass wahre Veränderung nur durch inneren Frieden und spirituelle Entwicklung erreicht werden kann. Selbst in Zeiten der Repression blieb er seiner Philosophie treu, dass Hass niemals mit Hass bekämpft werden kann – sondern nur mit Liebe und Mitgefühl.


Ein Vermächtnis des Friedens


Thích Quảng Đức wird heute als Märtyrer und Symbol für den friedlichen Widerstand verehrt. Seine Tat erinnert uns an die Kraft des gewaltlosen Protests und die Bedeutung der Religionsfreiheit. Sein Vermächtnis lebt in den Herzen derjenigen weiter, die für Gerechtigkeit und Frieden kämpfen.


Sein Opfer inspirierte nicht nur die buddhistische Gemeinschaft, sondern auch Bewegungen für soziale Gerechtigkeit auf der ganzen Welt. Seine Geschichte wird in vielen buddhistischen Tempeln und spirituellen Kreisen geehrt, und sein Beispiel zeigt, dass wahrer Mut nicht in Gewalt, sondern in Selbstlosigkeit und Hingabe liegt.


schwarze Statue von einem sitzenden buddhistischen Mönch umgeben von Flammen
Bởi Phusa12 – Tác phẩm được tạo bởi người tải lên, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53113225

Heute steht eine Statue von Thích Quảng Đức an der Stelle, an der er sich selbst verbrannte – ein bleibendes Mahnmal für die Kraft des friedlichen Widerstands und den unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Seine Botschaft bleibt zeitlos: Frieden ist möglich, aber er beginnt im Herzen eines jeden Menschen.

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